Café Spiritualität

 

 

 

Bleibe bei uns, denn es will Abend werden.

Lukas 24,29

 

In den letzten Wochen fühle ich mich ein wenig wie die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus nach dem Tod Jesu.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine erschüttert mich. Eine ganze Welt ist für mich zusammengebrochen, so mein Gefühl, weil meine bisherigen Haltungen in Frage gestellt werden. Bevor ich eine Meinung habe oder gar äußern kann, sind in der BRD bisherige ethische Haltungen revidiert und Fakten geschaffen worden. Nicht nur Abschreckung ist neu aufgeflammt, sondern militärische Aufrüstung.                                                                                                   

Habe ich mit meiner Friedenshaltung bisher falsch gelegen oder war ich zu naiv? Bleiben etische Grundsätze nur so lange in Kraft, wie sie passen? Ich sage offen, ich weiß es nicht. Ich bin ratlos und brauche Zeit.

Neben Engagement, das wir alle einbringen können, braucht es innere Reflexion. Ich bin dankbar für die Erzählung bei Lukas. Die beiden, so wird erzählt, begegnen in ihrer Hoffnungslosigkeit nach der Kreuzigung dem toten Jesus. Eine innere Begegnung. Und sie erzählen ihm alles. Er hört zu. Das verändert alles.                                                                            

So möchte auch ich erzählen, was mich bewegt, nicht nur Euch, sondern meinem inneren Begleiter. Und ich habe das Vertrauen, dass sich dadurch etwas bewegt mit der Zeit, klarer wird, ich neu aufbrechen kann.                                                                                                                 

Vielleicht sage ich mit der Welt im Moment einfach, was die beiden am Ende des Weges gesagt haben, damit sie nicht alleine sind: Bleibe bei uns – wer auch immer Du bist - denn es will Abend werden!

 

Christoph Schmidt 

 

Wir wünschen Euch allen von Herzen einen friedvollen Weg!

 

Norbert & Christoph