Vor einiger Zeit meldete sich ein junges Elternpaar mit der Bitte, ihre beiden Kinder, ein Mädchen und Junge, zu taufen. Die Mutter ist katholisch, der Vater evangelisch. Sie hätten also zwei Möglichkeiten, ihre Kinder in einer der unterschiedlichen konfessionellen Kirchen taufen zu lassen. Aber gerade das wollten sie nicht. „Wir möchten unsere Kinder christlich taufen lassen. Nicht katholisch oder evangelisch, sondern christlich. Denn es gibt für uns nur eine christliche Gemeinschaft.“

 

 

Warum soll es nicht möglich sein, Christ zu sein, ohne einer Untergruppierung anzugehören?

 

Ich höre den Aufschrei der Kirchenvertreter, die mit einer solchen Einstellung, Christ zu sein, ihre Macht über die Menschen verlieren würden. Christ sein, so werden sie argumentieren, ohne einer konfessionellen Kirchengemeinschaft anzugehören, führt dazu, dass Glaube der Beliebigkeit des Einzelnen unterworfen ist.

 

 

Ein Argument, dass für mich gerade im christlichen Denken nicht schlüssig ist. Hier erfährt jeder Mensch auf dem Weg zu glauben Begleitung und Gemeinschaft durch andere Glaubende (und nicht durch andere Gläubige). Wie diese Erfahrung erlebt und benannt wird, kann nur jede_r Einzelne für sich mit den eigenen Worten erzählen. Dies schließt jedwede Dogmatik aus und eröffnet uns eine Freiheit zu glauben, die selbst inhaltliche Widersprüche aushält und die christliche Kirche erst lebendig macht.

 

 

Nicht ein von anderen vorgegebenes Bekenntnis macht die christliche Kirche aus, sondern die unendlichen, vielfältigen und unterschiedlichen Erfahrungen der vielen Menschen. Vereint in der Zugehörigkeit. Volk Gottes unterwegs, das vom Leben erzählt. Nicht die Gruppe entscheidet, ob jemand dazu gehört, sondern die und der Einzelne.

 

 

In dieser Freiheit zu glauben und einer ungebundenen Zugehörigkeit haben wir, alle Anwesenden, die Kinder in einem wundervollen Fest christlich getauft.

 

 

 

Norbert Reicherts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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                               workshop "glauben" am 27.06.2015