Bindet ihn los und lasst ihn gehen!

Johannes 11,44

 

 

 

83. (Heilig-Geist-)These:                                                                  

Die Geistkraft teilt sich jedem Menschen einzigartig in-dividuell mit und macht den Menschen unteilbar zum In-dividuum.

Daraus können Gemeinschaften entstehen, nicht umgekehrt.

 

 

Pfingsten

 

Und als Jesus das gesagt hatte, blies er seine Jüngerinnen und Jünger an und sagte ihnen: „Nehmt die heilige Geistkraft auf.“

Johannes 20,22

 

Als der 50. Tag, der Tag des Wochenfestes, gekommen war, waren sie alle beisammen. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Tosen wie von einem Wind, der heftig daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten. Es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten, und auf jede und jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Da wurden sie alle von heiliger Geistkraft erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden; wie die Geistkraft es ihnen eingab, redeten sie frei heraus.                                         

Als nun dieses Geräusch aufkam, lief die Bevölkerung zusammen und geriet in Verwirrung, denn sie alle hörten sie in der je eigenen Landessprache reden. Sie konnten es nicht fassen und wunderten sich: „Seht euch das an! Sind nicht alle, die da reden, aus Galiläa? Wieso hören wir sie dann in unserer je eigenen Landessprache, die wir von Kindheit an sprechen?“                                 

Apostelgeschichte 2, 1-8

 

 

Gottes Geist ist für mich der Lebensodem, der Windhauch und der Sturm, unsichtbar und lebendig.

Pfingsten ist das Fest, an dem wir immer wieder neu das Einhauchen des Lebens in uns feiern können, seit unserer Zeugung und Geburt an. Die Geistkraft macht uns un-teilbar zu dem und der, der und die wir sind. In-dividualität heißt Un-teilbarkeit, Einzig-artigkeit.

Das ist für mich die Grundlage der Würde jedes einzelnen Menschen, Grundlage des Respekts voreinander und der Menschenrechte. Kein Mensch hat mehr Geistkraft als ein anderer, keiner Herrschaft über andere, keiner Wahrheit, die andere nicht hätten. Die Verschieden-artigkeit ist das Geschenk des Gottesgeistes.                                                             

Zugleich schenkt er uns die Fähigkeit der Empathie, des Redens in der Sprache der anderen, des Verstehens: Auf der tiefen innwendigen Seelenebene sprechen wir alle die gleiche Sprache und können uns verstehen, ohne Worte, können eine spirituelle Verbindung haben.

 

Beides wahrzunehmen, zu nutzen, ein Leben lang einzuüben und in unseren Begegnungen zur Grundlage zu machen, ist die Einladung des Pfingstfestes.

 

Christoph Schmidt

 

 


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