Brief von Pfarrer Breidenbach.pdf
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Offener Brief an Herrn Gerd Breidenbach,
römisch-katholischer Pfarrer, Köln-Ostheim

Antwort auf seinen Brief zu meinem Austritt aus der römischen Institution

 

                                                                                                                     

                                                                                                                        Köln, den 27.11.2018

 

Sehr geehrter Herr Breidenbach,

 

am 11.10.2018 ereilte mich ein Brief von Ihnen, der mich sehr überraschte, als Antwort auf meinen Austritt aus der römischen Institution.

 

Sie schreiben, die Tür stände offen. Das ist eine Lüge, die zudem Bedingungen stellt.

Vor einigen Jahren habe ich Sie besucht, um mich vorzustellen: als neuer Anwohner von Köln-Ostheim und Seelsorger für die Menschen. Bei der Begegnung haben Sie mich gefühlt exkommuniziert: Meine Haltung und Lebensform, meine Arbeit und mein Glauben sei nicht konform mit der römisch-katholischen Lehre.

Im Anschluss daran hat sich der Pfarrgemeinderat von St. Servatius mit mir und meinem Mann Norbert Reicherts, ebenso selbstständiger Priester wie ich, auseinandergesetzt und beschlossen, veröffentlicht in den Pfarrnachrichten, „mit den Herren Schmidt und Reicherts keinen Kontakt zu haben“.

Wie kann die Tür offen stehen?

 

In Ihrem Brief drohen Sie mir und glauben, mein Gewissen damit erreichen zu können: bestimmte Leistungen der römischen Institution – z.B. Sakramente der Buße und Eucharistie, kirchliche Patenschaften, kirchliches Begräbnis - Gottes Gnade betreffend, nicht mehr in Anspruch nehmen zu können. Ist das die Haltung, mit der Sie die Tür öffnen?

 

Das ist die Haltung, die mir bestätigt, dass ich bei Ihnen die Worte Jesu nicht gelebt finden werde. Ich gehe folgerichtig meinen eigenen Weg.

Sie denken in Schwarz-Weiß-Kategorien, teilen die Menschen dementsprechend ein, wer dazugehört und wer nicht, und denken, dass sich Gott nach Ihrer Einteilung und Vorgabe richtet.

Welch ein Gottesbild haben Sie? Es scheint, Sie fühlen sich mächtiger als Gott, voller Sicherheit in Ihren Glaubenswahrheiten. Vielleicht ist es die Angst vor Ihrem eigenen Leben, die Sie so kleingläubig sein lässt, dass Sie Gott nicht zutrauen, meinen Weg zu begleiten.

 

 

Sie schreiben dieser Haltung entsprechend, ich sei aus der Kirche ausgetreten und mir bedeute das christliche Glauben nichts mehr. Das ist nicht so.

 

Ich finde - gerade in den heutigen Tagen - keine ausreichenden ethischen Leitlinien mehr in der römischen Institution, die der Haltung Jesu entsprechen. Im Gegenteil: Die römisch-katholische Kirche widerspricht im Handeln dem, was sie in hellen Momenten predigt. Dieser Widerspruch ist geradezu zur Leitlinie erklärt.

 

Ein Beispiel: Sie erkennen die evangelische Taufe an, sprechen der evangelischen Kirche aber das Kirche-Sein ab. Alle, leider auch die Evangelische Kirche in Deutschland, scheinen diesen Widerspruch zu respektieren und hoffen weiter auf Fortschritte in der Ökumene. Diese wird es nicht geben. Wie kann ein Mensch Christ sein, aber nicht in der Kirche? Diese Haltung hat das Ziel, alle zu missionieren oder zu exkommunizieren, auch die evangelische Kirche. Schwarz-Weiß eben.

 

Ich bin aus der römischen Institution ausgetreten und trete keiner anderen Konfession bei, um Christ bleiben zu können. Für mein Christsein ist die Haltung Jesu der Maßstab, nicht die Konfession, das „Bekenntnis“.

So habe ich 1998 auch mein römisches Priester-Amt zurückgegeben, um Priester sein zu können.

 

Bei uns im Unergründlich e.V. feiern Menschen ihre Taufe und ihr Christsein ohne Konfessionszugehörigkeit. Oder suchen Sinn-Gemeinschaft, ohne Christ_in zu sein. Wir glauben, vor dem unergründlichen Geheimnis sind diese Worte und Bezeichnungen unwichtig.

Viele Menschen, auch römisch-katholische Christ_innen wenden sich an uns, wenn sie seelsorgliche Begleitung brauchen.

 

Im Vertrauen auf Gottes unergründliche Wege grüße ich Sie.

 

Christoph Schmidt

 

 


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