22. (Oster-) These:

 

Wer glaubt, macht sein Glauben nicht abhängig von einer Wahrheit der Auferstehung Christi und der Toten.

 

Fake News:

 

Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos.

1 Kor 15, 14

 

 

Fake News bei Paulus!

Ja, denn Glauben ist sinnvoll, auch und gerade ohne Wissen:

Paulus knüpft das Glauben an eine Bedingung, die Auferstehung Christi. Er sieht nicht, dass er durch Bedingungen, die in den Jahrhunderten zu Glaubenswahrheiten und Dogmen werden, Glauben an Voraussetzungen bindet und schließlich ersetzt durch Wissen und Wahrheiten. Glauben kann nur inhaltsleer sein, und gerade dann sinnvoll: sich selbst, ohne Wissen, im Tod einer tiefen Geborgenheit übergeben.

 

Paulus sollte nicht von glauben sprechen, denn er hat das Glauben längst hinter sich gelassen. Ich möchte von Glauben, nicht von Glaubensinhalten sprechen. Der Glaube mit Inhalten ist, wenn wir ehrlich zu einander sind, bei jedem Menschen etwas anderes. Selbst nicht an die Auferstehung Christi und der Toten zu glauben, ja selbst an ein Nichts zu glauben, sind Glaubensinhalt und damit für Glaubende nachrangig.

 

Glauben geschieht zwischen dem Verlorensein in einer unendlichen Weite und dem Sich-fallen-lassen in eine tiefe unbegreifliche Geborgenheit.

Da ist es nicht wichtig, ob Christus auferstanden ist, das Grab leer war oder nicht.

 

Zu glauben ist niemals sinnlos, wenn ich es nicht (an irgendeine Wahrheit) fessele. Denn der Sinn und der Nutzen ist dieses Geschehen zwischen unendlicher Weite und tragender Geborgenheit.

 

Kein Bekenntnis – sondern glauben! Vertrauen ohne Wissen und Wahrheit führt uns. Und wenn Gott mag, auch zur Auferstehung. Aber vielleicht auch nicht.

 

Trotzdem denke ich, dass eine Gemeinschaft von Glaubenden möglich ist. Glaubend glauben in innerer und äußerer Freiheit, in der Vielfältigkeit, ja vielleicht sogar in einer objektiven Widersprüchlichkeit.

 

Ich bin überzeugt, dass es den Glauben nicht gibt, in keiner Religion. Wenn ich meine Glaubensinhalte zur Wahrheit und zur Bedingung erhebe, glaube ich nicht mehr. Und die Gefahr, mein Gegenüber davon überzeugen zu wollen, missionieren zu wollen, ist groß. Der Reiz, Macht über andere zu haben. Nein, das ist mit Glauben in Freiheit nicht vereinbar!

 

So bekommt der Begriff der Glaubensfreiheit einen universalen Sinn, der sich aus der Freude an der Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit nährt.

 

Ich bin kein gläubiger Mensch – Ich bin ein glaubender Mensch. Und so sind diese Worte mein Erzählen, mein Erleben zu glauben.

Vielleicht regen meine Worte den einen oder die andere an, seinen oder ihren Weg zu glauben zu gehen und sich auf diesem Weg bestärken zu lassen. Vielleicht beginnt auch ein Dialog zwischen Menschen, die sich von ihrem Geschehen zu glauben erzählen.

 

 

Norbert

 

 

 

 

 

 

 

 

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